Betriebsbesuche mit der Andersen-Grundschule

Berufsbilder in der Grundschule geht in die nächste Runde: Die ersten Betriebsbesuche im neuen Jahr werden wir mit Schülerinnen und Schülern der 6. Jahrgangsstufe der Andersen-Grundschule durchführen.

Wenn es die Coronalage zulässt, werden die Besuche in der Woche vom 14. bis 18. März 2022 stattfinden!

Betriebe aus der Nachbarschaft, die uns unterstützen wollen, können sich gerne unter berufsbilder-grundschule@mirada-berlin.org melden!

Wir freuen uns!

Zu Besuch im Hotel am 22. und 23.11.2021

Am 22. und 23. November das Hotel Wyndham Garden in der Osloer Straße seine Türen für uns geöffnet. Zunächst wurden wir freundlich an der Rezeption empfangen und haben dann in einem großen für uns vorbereiteten Raum Platz genommen. Dort standen Getränke und leckere Kekse bereit. Nachdem wir uns gestärkt haben, hat uns die Hotelangestellte Frau Herfort viel über das Hotel erzählt.

In einem Hotel arbeiten Menschen mit verschiedenen Berufen: Köche, Putzkräfte, Hotelfachfrauen und -männer, Rezeptionist*innen und viele mehr. Frau Herfort selbst ist gelernte Hotelfachfrau. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und ist mit einem mittleren Schulabschluss möglich.

Mittlerweile arbeitet Frau Herfort als Personalerin im Hotel. Das bedeutet, dass sie sich um das Personal kümmert. Personal ist ein anderes Wort für die Mitarbeiter eines Betriebes. Als Personalerin steht man den Mitarbeiter*innen zur Seite, macht Tätigkeiten, die den Arbeitslohn betreffen, führt Bewerbungsgespräche und man beantwortet viele E-Mails. Ein sehr spannender Beruf!

Wir haben nicht nur viel über die Berufe in einem Hotel gelernt, sondern uns auch mehrere Hotelzimmer angeschaut. Die Zimmer sind unterschiedlich groß. Das größte und am besten ausgestattete Zimmer nennt man Suite. Nach unserer Zimmertour durften wir sogar noch kurz einen Blick in die Hotelküche werfen und mit einem Koch sprechen. Ein Hotel ist ein sehr spannender Arbeitsplatz. Frau Herfort gefällt besonders gut, dass man viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern kennenlernt und dazu beitragen kann, dass ihr Aufenthalt in Berlin unvergesslich wird. Wir bedanken uns ganz herzlich für den unvergesslichen Einblick!

Das Berufsbild des Kellners/der Kellnerin

Am 25. November haben wir mit Grundschulkindern das Café Rosa Parks in der Soldiner Straße besucht. Dort wurden wir sehr freundlich von der Inhaberin Maxi in Empfang genommen. Im Café gibt es jeden Tag selbst gemachte Kuchen, die Auswahl ist groß und für jeden und jede ist etwas leckeres dabei. Auch wechselnde Mittagsgerichte stehen auf der Speisekarte. Und – vor allem bei dem kalten Wetter – dürften Heißgetränke natürlich auch nicht fehlen: Tees, Kakao und natürlich Kaffee können bei Maxi und ihrem Team bestellt werden. Viele Getränke und Gerichte sind sogar vegan, also ganz ohne tierische Produkte wie Milch oder Eier hergestellt.

Die Chefin selbst ist gelernte Köchin, so berichtet sie uns. Daher kocht sie die meisten ihrer Speisen selbst. Aber sie bringt die Teller und Tassen auch zu den Kundinnen und Kunden an die Tische. Das so genannte Bedienen der Kund*innen ist nämlich eine der Hauptaufgaben von Kellnerinnen und Kellnern.

Die Ausbildung, die man absolvieren muss, um als Kellner*in zu arbeiten heißt Ausbildung zum Restaurantfachmann/-frau. Die Dauer der Ausbildung beträgt 3 Jahre.

Neben dem Bedienen der Gäste, beraten Kellner*innen auch bei der Auswahl von Speisen und Getränken. Dazu müssen sie sich gut mit Essen und Getränken auskennen. In kleineren Cafés oder Restaurants sind sie häufig auch für die Zubereitung der Getränke zuständig. Sie schenken Wasser, Schorlen Limonaden etc. ins Glas, machen Heißgetränke mit einer großen Kaffeemaschine oder rühren Kakao an.

Wenn die Gäste nach dem Essen bezahlen möchten, sind Kellner*innen dafür zuständig, das Geld von den Gästen entgegenzunehmen und das Wechselgeld heraus zu geben. Für Rechnen sollte man sich demnach interessieren, wenn man in diesem Beruf arbeitet.

Im Rosa Parks durften wir auch mal die Kaffeemaschine bedienen, da gibt es eine Menge Knöpfe und man muss sich erstmal zurecht finden. Wir durften auch mal das Bedienen üben und haben Essen zum Tisch gebracht. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Zum Abschluss gab es sogar eine leckere Brause. Gerne kommen wir wieder!

Berufsbilder in der Apotheke am 26.11.

Am 26. November haben wir die Heinrich-Zille-Apotheke in der Prinzenallee besucht. In einer Apotheke werden Medikamente verkauft. Um ein Medikament aus der Apotheke zu bekommen, braucht man meistens ein Rezept. Dies ist nicht zu verwechseln mit dem Koch- oder Backrezept, das viele Kinder kennen. Das Rezept für die Apotheke bekommt man vom Arzt. Darauf steht, welches Medikament jemand, der krank ist, braucht.

Mitarbeiter*innen in der Apotheke prüfen das Rezept genau und holen das Medikament aus einem Apothekenschrank. Der Apotheker Herr Schulz erklärt uns, dass manchmal auch Kriminelle in die Apotheke kommen mit einem gefälschten Rezept. Deshalb ist eine genaue Prüfung ganz wichtig. Der Apothekenschrank hat viele Schubladen, in denen die Medikamente von A bis Z sortiert sind. Für Medikamente wie leichte Schmerzmittel oder zum Beispiel einfache Nasentropfen oder Handcrème braucht man kein Rezept.

In einer Apotheke gibt es verschiedene Berufsbilder. Neben dem Apotheker/der Apothekerin arbeiten dort unter anderem Pharmazeutisch-technische Assistent*innen. Er oder sie helfen den Apotheker*innen. Die Ausbildung dauert 2,5 Jahre und es wird ein mittlerer Schulabschluss gebraucht.

Neben der Ausgabe von Medikamenten, so hat es uns der Apotheker Herr Schulz erklärt, ist eine der Hauptaufgaben, wenn man in einer Apotheke arbeitet, die Beratung der Kundinnen und Kunden. Die Mitarbeitenden klären darüber auf, welche Nebenwirkungen die Medikamente haben, welche Alternativen es bei bestimmten Allergien gibt und wie häufig man ein Medikament einnehmen muss. Das ist eine Aufgabe mit viel Verantwortung!

Herr Schulz hat uns auch den Keller gezeigt, der zur Apotheke gehört. Darin gibt es etwas ganz Besonderes: In der Wand ist ein Fach gelagert, in dem Phosphor gelagert wird. Dies wird manchmal zurm Mischen von Medikamenten benötigt. Aber da es leicht explodieren kann, muss es in einem speziellen feuerfesten Fach gelagert werden. Im Keller befinden sich auch diese typischen alten Apothekengläser, die viele von uns schon einmal gesehen haben.

Oft rühren die Mitarbeiter*innen in einer Apotheke Salben mit einem Salbenrührgerät an. Dafür braucht man eine spezielle Waage, die sehr genau ist. Herr Schulz sagte, dass man mit ihr sogar das Gewicht eines Haares messen kann. Kaum zu glauben! Wir danken für diesen spannenden Besuch!

Zu Besuch beim Raumausstatter am 26.11.

Vergangenen Freitag haben wir zusammen mit fünf Grundschulkindern den Beruf des Raumausstatters/der Raumausstatterin kennengelernt.

Wie der Name „Raumausstatter“ bereits vermuten lässt, beschäftigt er oder sie sich mit der Ausgestaltung von Räumen. Was das genau bedeutet, hat uns der Raumausstatter-Meister und Inhaber des Betriebes Herr Busch gemeinsam mit seinem Sohn in seiner Werkstatt gezeigt.

Besonders gestaunt haben wir über die vielen alten Möbelstücke, die in der Werkstatt bearbeitet werden. Herr Busch erzählte uns, dass er gemeinsam mit seinem Team schon Hunderte Jahre alte Möbel aus Schlössern restauriert hat. Wir staunten nicht schlecht, als wir einen Sessel sahen, der schon über 200 Jahre alt ist. Viele alte Möbelpolster sind mit Pferdehaaren oder Kokosfasern befüllt, die wir sogar mal anfassen durften.

Wenn beispielsweise das Polster eines alten Sofas kaputt gegangen ist, oder es mit einem neuen Stoff bespannt werden soll, machen sich Raumaustatter ans Werk. Sie beraten die Kunden und restaurieren die Möbel. Bei einem großen Sofa kann dies auch mal mehrere Wochen dauern.

Neben der Restauration von alten Möbeln, sind Raumausstatter Experten für Stoffe. Wir durften uns viele schöne Stoffe anschauen und anfassen. Raumausstatter müssen sich damit auskennen, welche Stoffe und Farben sich gut kombinieren lassen und wie viel Material für die Wiederherstellung eines Möbelstückes oder für die Anfertigung einer Gardine benötigt werden. Gute Noten in Mathe und in Kunst sind daher wichtig.

Die Ausbildung zum Raumausstatter dauert 3 Jahre und die Voraussetzung ist ein mittlerer Schulabschluss. An die Ausbildung kann man die Weiterbildung zum Raumausstattermeister anschließen. Dann kann man auch einen eigenen Betrieb gründen oder wie Herr Busch den familiengeführten Betrieb übernehmen.

Den Höhepunkt unseres Besuchs stellte das Befüllen eines Kissens mit Polsterwatte dar, das wir im Anschluss sogar mit nach Hause nehmen durften. Die Polsterwatte musste zuerst in kleine Stücke zerrissen werden. Das hat allen sehr viel Spaß gemacht. Wir haben gelernt, dass unser Kissen fester wird, je mehr Füllung wir verwenden. Jede und jeder konnte sein Kissen nach den eigenen Wünschen befüllen, manche haben mehr und andere weniger Watte verwendet. Jedes Kissen ist ein echtes Unikat! Wir sind alle sehr froh, solch einen seltenen Einblick in diesen spannenden Handwerksberuf bekommen zu haben!

Im Web zu finden ist die Raumausstattung Busch hier und der Unternehmensblog hier.

Der/die Einzelhandelskaufmann/-frau: zu Besuch bei Penny

Am 24. November haben wir den Discounter Penny in der Prinzenallee besucht. Dort wurden wir vom Filialleiter Herr Schempp in Empfang genommen. Er hat uns erklärt, dass es bei Penny einen Schichtdienst gibt: Die Mitarbeitenden, die Frühschicht haben, fangen morgens um 6 Uhr an. Die Spätschicht beginnt am Nachmittag und endet, wenn der Supermarkt schließt. Die meisten Angestellten arbeiten 7,5 Stunden täglich.

Bevor die ersten Kunden um 7 Uhr den Markt betreten, müssen Brot und Brötchen gebacken und die frisch eingetroffene Ware verräumt werden. Wenn der Supermarkt öffnet, muss dafür gesorgt werden, dass die Kasse besetzt ist. Leider sind nicht immer alle Kundinnen und Kunden freundlich, das gehört aber zum Berufsalltag dazu.

Wir durften sogar einen Blick ins Lager werfen und die Ware bestaunen. Herr Schempp zeigte uns die Laderampe, an die die Ware mit großen Lastwagen angeliefert wird.

Um Einzelhandelskaufmann/-frau zu werden, muss man eine 3-jährige Ausbildung absolvieren und man sollte gerne mit Menschen kommunizieren. Rechnen können muss man auch, damit man an der Kasse das richtige Wechselgeld heraus gibt. Wem die 3-jährige Ausbildung zu lange dauert, kann auch eine 2-jährige Ausbildung als Verkäufer oder Verkäuferin absolvieren. Allerdings bekommen man als Verkäufer*in weniger Gehalt und es ist schwieriger, eine Führungsposition zu bekommen.

Zum Abschluss überraschte uns Herr Schempp mit ganz besonderen Zahlen: etwa 1400 bis 1600 Menschen besuchen derzeit den Supermarkt täglich. Dass so viele Kundinnen und Kunden jeden Tag zu Penny gehen, hätten wir alle nicht gedacht…

Zu Besuch in der Physiotherapiepraxis am 24.11.

Über den Besuch des Phyiotherapeuten/der Physiotherapeutin haben wir am 24. November etwas lernen können. Gemeinsam mit vier Schüler*innen haben wir die Physiotherapiepraxis in der Drontheimer Straße besucht. Die meisten von uns sind schon einmal in einer solchen Praxis gewesen.

„Physiotherapie“ – das klingt erst einmal kompliziert… Ist es aber eigentlich gar nicht: Als Physiotherapeut*in hilft man Patient*innen, die körperliche Beschwerden haben und sich nicht richtig bewegen können. Physiotherapeut*innen helfen ihnen, in dem sie den Patient*innen Übungen zeigen und sie dabei unterstützen, diese richtig auszuführen. Manchmal helfen sie auch mit Massagen die Schmerzen der Patient*innen zu lindern und ihre Beweglichkeit wiederzuerlangen.

Einen Physiotherapeuten der Praxis durften wir mit Fragen löchern. Er erklärte uns, dass kranke Menschen bevor sie eine Physiotherapiepraxis aufsuchen, sich vom Arzt oder der der Ärztin ein Arztrezept für die Behandlung in der Physiotherapiepraxis ausstellen lassen müssen. Gründe dafür können zum Beispiel anhaltende Schmerzen nach einem Knochenbruch sein.

Mit diesem Rezept kommen die Patient*innen dann zur Physiotherapiepraxis. Darauf steht der Befund, also warum der/die Patient*in Hilfe aus der Physiotherapiepraxis braucht, und wie viele Male er oder sie in die Praxis kommen soll. Die Physiotherapeut*innen vereinbaren dann Termine mit den Erkrankten und besprechen die Behandlung. Die Terminplanung ist neben den Behandlungen eine der Aufgaben eine*s Physiotherapeut*in.

Wir haben den Mitarbeiter auch gefragt, welche Hilfsmittel er für seine Arbeit benötigt. Das wichtigste Hilfsmittel sind die eigenen Hände! Darüber hinaus werden für die Übungen Gymnastikbälle, Behandlungsliegen, Turnmatten und Fitnessbänder benötigt. Wir durften uns sogar auch die Behandlungsräume anschauen.

Und wie lange dauert die Ausbildung zum/zur Physiotherapeut*in? 3 Jahre. So lange dauern die meisten Ausbildungen. Auch wenn man nicht als Arzt oder Ärztin arbeitet, erlangt man durch die Ausbildung und die Arbeit in der Praxis viel Wissen über den menschlichen Körper – das nennt man Anatomie – schon wieder so ein schwieriges Wort…

Wir freuen uns, dass wir einen selten Einblick in dieses Berufsbild bekommen haben!

Der Beruf des Malers: zu Besuch im Malerbetrieb am 24.11.

Heute haben wir zu viert den Malerbetrieb Palette in der Kühnemannstraße besucht. Ebenso viele Mitarbeitende haben uns das Maler- und Lackiererhandwerk nähergebracht: Steffi, Jasper, Christopher und Frau Baumgärtner vom Sozialpädagogischen Dienst.

Zuerst haben wir uns das riesengroße Gelände des Betriebes angeschaut und durften dort in das Firmenauto klettern mit dem zu den Kundinnen und Kunden gefahren wird. Darin gab es allerhand zu entdecken: Pinsel verschiedener Größen, Farbeimer, Leitern und vieles mehr. Jeder und jede durfte sich sogar mal hinter das Steuer setzen.

Danach ging es in die Lagerhalle. Dort durften wir uns Farbpaletten für die Wandanstriche anschauen und unsere Lieblingsfarben suchen. Nachdem wir dann bereits auf das Malerhandwerk eingestimmt waren, haben wir uns selbst als Maler*in ausprobiert. Wir haben zunächst eine Sockelleiste auf eine Platte geklebt. Dazu braucht es neben einer Acrylpistole eine ruhige Hand. Dann haben wir die Sockelleiste mit Malerklebeband abgeklebt, damit sie weiß bleibt. Dies kannten die meisten von uns schon von Streicharbeiten im eigenen zu Hause. Damit die Farbe nicht auf unsere Kleidung gelangt, wurde improvisiert: Müllbeutel haben sich kurzerhand in Schutzanzüge verwandelt – eine sehr gute Idee! Mit unseren lustigen Anzügen durften wir endlich zur Farbe greifen. Wir hatten sehr viel Spaß. Die Profis haben uns dabei unterstützt, dass die Farbe auch wirklich in jede Ecke gelangt und nichts daneben geht. Das ist gar nicht leicht! Die Farbwalzen und Pinsel, die wir verwendet haben, durften wir danach mit einem speziellen Gerät reinigen.

Begeistert von unseren schönen Ergebnissen und den freundlichen Mitarbeitenden wollten wir gerne noch mehr über diesen spannenden Beruf wissen. Steffi hat uns erzählt, dass die Ausbildung drei Jahre dauert und ein mittlerer Schulabschluss benötigt wird. Man sollte sich außerdem für Mathe interessieren um zum Beispiel ausrechnen zu können, welche Menge an Farbe man zum Streichen von einer Wand benötigt. Auch Interesse an Chemie sollte vorhanden sein und man sollte sich nicht vor körperlicher Anstrengung scheuen.

Wir haben Steffi gefragt, ob es einen ganz besonderen Moment in ihrem bisherigen Berufsleben gegeben hat. Sie hat uns verraten, dass es sogar ganz viele gibt: Als Maler entdeckt man immer wieder neue Orte in Berlin und sieht wie andere Menschen leben. Auch wir finden das sehr spannend und sind dankbar für diesen tollen Einblick in das Malerhandwerk!

Der Beruf des Sozialarbeiters/der Sozialarbeiterin: zu Besuch bei Gangway

Die Aufgabe eines Sozialarbeiters oder einer Sozialarbeiterin ist es, Menschen zu helfen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Das Team von Gangway in Berlin-Gesundbrunnen hat sich auf die Zielgruppe der Jugendlichen im Alter von 14-27 Jahren spezialisiert. Wir wurden sehr herzlich von drei Sozialarbeiter*innen begrüßt und haben uns in ihren Räumlichkeiten in der Buttmannstraße sehr willkommen gefühlt.

Die Sozialarbeiter*innen haben davon berichtet, dass sie meistens die Jugendlichen an den Orten aufsuchen, an denen sich viele von ihnen aufhalten: auf den Straßen Berlins, in Parks, auf öffentlichen Plätzen oder in Jugendclubs. Man nennt die Sozialarbeiter*innen daher auch „Streetworker“ oder auf deutsch „Straßensozialarbeiter*innen“. Weil sie hauptsächlich die Jugendlichen direkt aufsuchen, nennt man ihre Arbeit „aufsuchende Sozialarbeit“.

Wir haben gelernt, dass es ganz wichtig für den Beruf des Streetworkers ist, gut zuzuhören und interessiert zu sein an dem, was die Jugendlichen beschäftigt. Nur so kann Vertrauen aufgebaut werden und die Perspektive der Jugendlichen nachvollzogen werden. Streetworker unterliegen sogar der Schweigepflicht. Das heißt, dass sie nicht einfach so den Eltern, Ämtern oder der Polizei verraten dürfen, was ihnen anvertraut wird.

Das Team von Gangway e.V. bietet neben der aufsuchenden Sozialarbeit auch Sprechstunden, Beratungen, Betreuung im Jugendstrafvollzug, Mitternachtssport und manchmal sogar auch Reisen an. Das breite Angebot hat uns sehr positiv überrascht! Der Beruf des Streetworkers scheint sehr abwechslungsreich zu sein!

Um als Streetworker zu arbeiten, gibt es mehrere Möglichkeiten: Man kann Abitur machen und danach „Soziale Arbeit“ studieren. Wenn man einen mittleren Bildungsabschluss hat, kann man eine 3-jährige Ausbildung als Sozialassistent*in machen. Dann kann man die Sozialarbeiter*innen unterstützen, hat aber in der Regel weniger Aufgaben und einen geringeren Verdienst als Sozialarbeiter*innen, die studiert haben.

Uns hat interessiert, warum die Mitarbeitenden bei Gangway als Streetworker arbeiten. Einer der Sozialarbeiter antwortete, dass es ihn besonders motiviert zu sehen, wie einige der Jugendlichen ihre Probleme nach und nach in den Griff bekommen. Manche Jugendliche sind zum Beispiel drogenabhängig, wenn er sie kennenlernt. Gemeinsam mit den Streetworkern haben es viele von ihnen geschafft, ihre Drogensucht zu bekämpfen. Das hat uns schwer beeindruckt! Hut ab vor solch einem spannenden und wichtigen Berufsbild!

Der Beruf des Tischlers/der Tischlerin: zu Besuch bei der ältesten Tischlerei Berlins

Am 22. November haben wir zu mit vier Grundschüler*innen die Tischlerei Thiemich in der Provinzstraße besucht. Die Tischlerei ist die älteste in ganz Berlin. Der Arbeitstag in der Tischlerei Thiemich beginnt um 7 Uhr und endet um 16 Uhr. Herr Thiemich, der Inhaber, hat uns viel über das Berufsbild des Tischlers erzählt.

Die Ausbildung zum/zur Tischler(in) dauert wie die meisten Ausbildungen 3 Jahre. Wir haben erfahren, dass die Menschen in Süddeutschland nicht von Tischler, sondern von Schreiner sprechen. Die Berufe sind aber die gleichen: Man arbeitet in erster Linie mit Holz. Herr Thiemich hat uns an einem Stück Holz erklärt, dass man das Alter eines Baumes an den Jahresringen erkennt.

Aus Holz kann vieles hergestellt werden, zum Beispiel Tische, Türrahmen, Schränke und Stühle. Einen Türrahmen zu tischlern, dauert ungefähr einen Tag. Für die Bearbeitung von Holz braucht man unterschiedliche Maschinen, wie zum Beispiel Sägen und Fräsen. Die sind sehr teuer. Eine Sägemaschine kostet manchmal so viel wie ein Auto, das konnten wir kaum glauben. Wir durften sogar zuschauen, wie Herr Thiemich mit einer großen Kreissäge Weihnachtssterne herstellt. Weil die Säge sehr laut ist, haben wir alle Ohrenstöpsel bekommen. Als Tischler muss man unbedingt die eigenen Ohren schützen, sonst wird man nach einer Weile taub.

In der Tischlerwerkstatt gibt es einen kleinen Raum in dem fast ausschließlich Schrauben und Nägel unterschiedlicher Größen gelagert werden. Als Tischler ist es wichtig, Ordnung zu halten, sonst kann es passieren, dass man eine falsche Schraube verwendet. Dann kann das Möbelstück zu Bruch gehen. Auch muss man sehr konzentriert arbeiten, damit man sich nicht mit den Maschinen den Finger abschneidet.

Begeistert hat uns auch, dass Herr Thiemich und sein Team aus den Holzresten, die bei der Verarbeitung von Holz übrig bleiben, Holzbriketts herstellt. Dies geschieht unter sehr hohem Druck mit einer speziellen Maschine. Die pulverisierten Holzreste werden zusammengedrückt und verbinden sich, so dass ein Brikett entsteht. Holzbriketts kann man dann zum Heizen verwenden.

Abschließend hat uns Herr Thiemich erzählt, dass er manchmal sogar ganz berühmte Kunden und Kundinnen hat, wie zum Beispiel den gebürtigen Berliner Fußballspieler Jérôme Boateng. Wow! Wir sind alle sehr begeistert und manche von uns können sich sogar vorstellen, irgendwann mal als Tischler zu arbeiten.